Kathrin Borer
Als der Himmelskörper ausblühte
2009
Museum Rehmann, Laufenburg (Schweiz)
Die Installation besteht aus drei Teilen: Einer Videoarbeit, einer hinterleuchteten Zeichnung und einem Guckkasten, in dem durch eine Linse hindurch eine Fotografie sichtbar ist.
Das Video, unterlegt mit einer kaum verständlichen Tonspur – mehr ein Rauschen und Knacken –, erinnert an Radarbilder. Es handelt vom Absuchen einer Leere, vom Finden von nicht näher erkenn-baren Landschaften. Sind es überhaupt Landschaften oder Mikroaufnahmen von kristallinen Oberflächen, von sich auf-lösenden Bildfragmenten?
Der Installation beschäftigt sich mit der Frage, was mit den Informationen geschieht, wenn zwei Nachrichtensatelliten im Weltall zusammenstossen.
Die hinterleuchtete Zeichnung im zweiten Kasten ist eine Vermengung von appropriierten Medienbildern und dem persönlichen Bildarchiv. Ablagerungen die sich vermischen, zu einem Ganzen werden, dessen Ursprünge nicht mehr immer zuzuordnen sind, im neuen Kontext neue Geschichten ergeben. Auf der Rückseite dieses Kastens gewährt ein Guckloch mit einer Linse einen verzerrten Blick auf eine Fotografie. Nie ist dieser Empfangs- und Sendemast und dessen Umgebung ganz erkennbar. Er entzieht sich den Be-trachtenden immer ein wenig und bei längerem hindurchblicken stellt sich zwangs-läufig die Frage, ob dieser Mast überhaupt real ist. Und dann und wann durchdringt die Video-Tonspur den Raum mit Edisons fast bellender Anrufung: "Hello, can you hear me now?"